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Sprache und Kommunikation

In modernen, durch Dynamik und Vielfalt gekennzeichneten Gesellschaften kommen Menschen mit verschiedenen sprachlichen, sozialen und kulturellen Voraussetzungen zusammen, sodass eine Vielzahl an Sprachen, anderen Symbolisierungssystemen sowie Handlungspraktiken neben einander stehen.

Dieses birgt praktische Herausforderungen bei der wechselseitigen Verständigung im privaten und institutionell-öffentlichen Alltag und wirft Fragen des Erwerbs der deutschen Sprache in Bezug auf verschiedene Altersstufen, Bildungsgrade und Herkunftssprachen auf. Neue Formen der Mehrsprachigkeit entstehen, die sich in Prozessen des Wandels der beteiligten Sprachen, in veränderten kommunikativen Routinen, in der Herausbildung sprachlicher Subkulturen sowie in der semiotischen Gestaltung und Wahrnehmung des öffentlichen Raumes widerspiegeln.

Integration und Migration manifestieren sich ferner in verschiedenartigen Kommunikationsformen: In breiten Teilen der Gesellschaft werden öffentliche Diskurse über die laufenden gesellschaftlichen Veränderungen und die Möglichkeiten und Grenzen von Integration bzw. Teilhabe geführt, die in verschiedensten medialen Repräsentationsformen – von Printmedien, TV und Internet über Kunst und Theater bis hin zu Demonstrationen etc. – inszeniert und bearbeitet werden und damit zentral auf die (Re-)Konstitution des gesellschaftlichen Selbstverständnisses wirken. Erfahrungen von Veränderungsprozessen und konfliktären Situationen in verschiedenen Stadien des Migrationsprozesses sind grundlegend sprachlich und körperlich verfasst und müssen – sowohl in interpersonalen als auch in institutionellen Situationen – kommunikativ bearbeitet werden.

Damit Menschen leichter Kontakt mit Angehörigen und Freunden halten können, aber auch um 4 praktische Aufgaben des Alltags angesichts heterogener Kompetenzen besser bewältigen zu können, gewinnt die Nutzbarmachung moderner Kommunikationstechnologien bzw. die Entwicklung von auf die spezifischen Bedürfnisse angepassten technischen Assistenzsystemen an Bedeutung. Sollen derartige, sprachsystematisch und kommunikativ verfasste Dimension von Integration und Migration verstanden werden, ist eine Verbindung von theoretischen, empirischen und modellierenden Zugängen unter Beteiligung verschiedener Disziplinen erforderlich. Es gilt, sprachliche Strukturen zu erforschen, gesteuerten und ungesteuerten Spracherwerb unter spezifischen Bedingungen zu untersuchen, kommunikative Strategien und Muster herauszukristallisieren, Selbst- und Fremdzuschreibungen zu reflektieren, die kulturelle Spezifik der Sinnstiftung von Handeln und Erleben zu identifizieren und gesellschaftliche Handlungspraktiken in ihrer Verschränkung von sprachlicher Kommunikation mit anderen Faktoren (z.B. Recht, Macht, Geld) zu rekonstruieren.

Ansprechpartnerin

Prof. Dr. Karola Pitsch

Fakultät für Geisteswissenschaften
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