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Gesundheit und Wohlbefinden

Erfahrungen bei der Zuwanderung nach Deutschland zeigen, dass eine freiwillige Auswanderung und eine gut geplante Einreise geringfügig erhöhte Risiken für die seelische Gesundheit zur Folge haben, da der Verlust bisheriger sozialer Kontakte und die Anpassung an die Gesellschaft in Deutschland und deren Kultur problembehaftet sein können. Anders verhält es sich bei Flüchtlingen.

So können traumatische Erlebnisse im Herkunftsland und während der Flucht zu schwerwiegenden seelischen Störungen führen. Der Mehrzahl aller Flüchtlinge gelingt es jedoch mit derartigen Belastungen zurecht zu kommen. Unmittelbar nach der Ankunft im Aufnahmeland überwiegen in der Regel körperliche Erkrankungen wie zum Beispiel Infektionskrankheiten. Erst im weiteren zeitlichen Verlauf kommen seelische Störungen stärker zum Tragen.

Neben individuellen Faktoren entscheiden die Bedingungen im Aufnahmeland maßgeblich über die Gesundheit von MigrantInnen. Insofern sind auf kommunaler und regionaler Ebene diagnostische, therapeutische und präventive Ansätze gefragt. Für die Erhaltung der seelischen Gesundheit ist es zentral, zeitnah Sicherheit zu vermitteln und eine sinnhafte Alltagsstruktur zu gewährleisten. Insgesamt gilt es, sprachlichen, kulturellen und religiösen Aspekten Rechnung zu tragen. Es ist eine wichtige Aufgabe aktueller Forschung, die Entwicklungen von Gesundheit und Wohlbefinden bei längerer Aufenthaltsdauer sowie in den nachfolgenden Generationen im Blick zu behalten.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Johannes Hebebrand

LVR-Klinikum Essen
Kliniken und Institut der Universität Duisburg-Essen

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