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Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe

Migrationsbezogene Ungleichheiten in den Bereichen Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe haben in den letzten Jahrzehnten sehr viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren, da sie im Zentrum der Frage nach sozialer Ungleichheit und Gerechtigkeit stehen.

Damit ist auch die Frage gleicher Chancen zu politischer Partizipation angesprochen. Dennoch besteht keine hinreichende Klarheit über Art und Ausmaß der Benachteiligungen verschiedener MigrantInnengruppen und Generationen, da MigrantInnen keine homogene Gruppe bilden, sondern sich aufgrund ihrer Einwanderungsmotive, Erwartungen und individuellen Ressourcen stark voneinander unterscheiden. Dies muss entsprechend bei der Untersuchung der Gründe und Folgen sowie bei der Empfehlung von Maßnahmen berücksichtigt werden.

Neben Sprache sind Bildungsbeteiligung und -erfolg für Integrationsprozesse ein zentraler Ausgangspunkt. Als Begriff findet sich „Bildung“ dabei in unterschiedlichen disziplinären Kontexten. Eine soziologisch-politikwissenschaftliche Perspektive richtet die Aufmerksamkeit auf Teilhabe an gesellschaftlichen Institutionen (einschließlich politischer Beteiligung) und thematisiert diese im Vergleich unterschiedlicher Gruppen. Eine psychologisch-pädagogische Perspektive fokussiert auf die Selbstregulationsfähigkeit von MigrantInnen und deren Entwicklung in sozialen Kontexten. Aus einer ökonomischen Perspektive stellt sich die Frage danach, inwiefern sich durch die Qualifikation von MigrantInnen die Humanressourcen einer Gesellschaft verändern. Bildung stellt weiterhin einen der wichtigsten Aspekte für die Integration am Arbeitsmarkt und die berufliche Positionierung dar; wiederum mit vielfältigen Folgen für alle Lebensbereiche und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Untersuchung von Ursachen und Folgen der deutlichen Unterschiede in Bezug auf Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe zwischen Nicht-MigrantInnen und MigrantInnen stellt eine der wichtigsten Aufgaben zukünftiger interdisziplinärer Forschung dar, da die komplexen Zusammenhänge nur durch das Zusammenführen der Perspektiven unterschiedlicher Fächer gelingen kann. Hier gilt es beispielsweise zu erforschen, wie Interventionen in der formalen und non-formalen Bildung Prozesse der Kompetenzentwicklung, Qualifikation und Teilhabe beeinflussen und wie die sich einstellenden Effekte durch Bedingungen bei einzelnen MigrantInnen und MigrantInnengruppen und den Kontext der Intervention bedingt sind. Unterschiedliche Konzepte der Förderung können vergleichend aus verschiedenen disziplinären Perspektiven evaluiert werden. Auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene ist im Zeitverlauf zu analysieren, wie sich 6 die berufliche, politische und soziale Platzierung von MigMigrantInnen, verschiedener MigrantInnengruppen und MigrantInnengenerationen entwickelt und welche weiteren gesellschaftlichen Folgen sich daraus ergeben.

Ansprechpartner

Prof. Dr.  Marcel Erlinghagen

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