Modellprojekt Linke Militanz und Antisemitismus in heterogenen Jugendmilieus: Analyse – Zugänge – Maßnahmen
Prof. Dr. Susanne Pickel
(Fakultät für Gesellschaftswissenschaften | Institut für Politikwissenschaft)

Hauptziel des Projektes ist die Entwicklung von zugangserschließenden Ansätzen zum uneinheitlichen Milieu linker und linksextremer Gruppierungen, in denen sich vornehmlich Jugendliche und junge Erwachsene organisieren. Lokale Zugänge zur linken Szene sollen auf der Basis empirischer Befunde und durch Peer Groups eröffnet werden. Erwartet werden Befunde, die auf ein überlappendes Feindbildspektrum („Querfront“) mit dem Rechtsextremismus und die gemeinsam geteilte Wahrnehmung gefühlter Ungerechtigkeit hinweisen, die es ggf. unter Anwendung von Gewalt auszumerzen gilt. Ferner erwarten wir, dass sich das Unbehagen an den „Verhältnissen“ auch in linksextremen Diskursen konkret in Abwertung von Demokratie, Phantasien der Abschaffung „des Systems“, Antiliberalismus und Parlamentarismuskritik zeigt. Gemeinsam dürfte auch die Verbindung von Kapitalismus, der als wichtiges Feindbild fungiert, und „jüdischer“ Urheberschaft sein und die Verquickung von Globalisierung, Zionismus und amerikanischem Imperialismus. Perspektivisch werden die gewonnenen Erkenntnisse und daraus entwickelte Maßnahmen in das lokale Community-Education Netzwerk zur Radikalisierungsprävention sowie die Politische Bildungsarbeit, Familienberatung und Schulsozialarbeit übertragen.

Projektmitarbeit: Dr. Alexander Schmidt | Peter Krumpholz | Andrea Ullrich
Förderung: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
Laufzeit: 08/2017 – 12/2019
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