Modellierung der Welt: Die Internationale Weltkarte (IWK) im Zeitalter der Territorialität (1860-1970)
Prof. Dr. Ute Schneider
(Fakultät für Geisteswissenschaften | Historisches Institut)

Ausgangspunkt der geplanten Monographie ist die These, dass Karten von herausragender Bedeutung für politisches Handeln im 20. Jahrhundert sind. Im Zentrum steht die Internationale Weltkarte (IWK), die einerseits zentrale Entwicklungen dieses Jahrhunderts wie die Konzentration auf den Raum, die Globalisierung, die Verwissenschaftlichung und Ausdifferenzierung der Wissenschaft spiegelt, und zugleich ein Instrument der Ordnung und Gestaltung etwa im Hinblick auf den Umgang mit Ressourcen, Bevölkerungspolitik bis hin zu ethnischen Säuberungen, aber auch der Entwicklungspolitik darstellt. Demokratisierung und Pluralisierung haben sich in diesem internationalen Weltkartenprojekt gleichermaßen niedergeschlagen wie diktatorische Gestaltungsphantasien und Zugriffe. Und nicht zuletzt ist die Geschichte der Weltkarte eine Geschichte der Spannungen zwischen nationalen Traditionen, Vorstellungen und Ansprüchen und globalen Zielen und Standards.

Förderung:
Senior Fellowship des Historischen Kollegs, finanziert vom Institut für Zeitgeschichte München (2019 – 2020)
Karl-Ferdinand-Werner-Fellowship, DHI Paris: 2016
John S. Best Research Fellowship der American Geographical Society Library: 2009 und 2016
McColl Research Fellowship der American Geographical Society: 2007
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Publikationen

Wartezeit beendet: Das „Afrika-Kartenwerk“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in Stefan Günzel / Lars Nowak (Hg.) KartenWissen. Territoriale Räume zwischen Bild und Diagramm, Wiesbaden 2012, S. 245-265.