Vortrag aus der DeZIM-Forschungsgemeinschaft: „Big Data, das Regieren von Migration und die Produktion von Wissen“

Am kommenden Mittwoch, den 22.04., findet der dritte „FG-Wednesday“ mit Dr. Laura Stielike vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) von 13.30 Uhr bis 15.00 Uhr statt. Dr. Olaf Kleist vom DeZIM-Institut wird die Moderation übernehmen. Aufgrund der aktuellen Situation findet die Veranstaltung via Zoom statt.

Das Thema des Vortrags lautet „Big Data, das Regieren von Migration und die Produktion von Wissen“.

Der sogenannte „FG-Wednesday“ findet am DeZIM-Institut an jedem dritten Mittwoch im Monat statt, um den wissenschaftlichen und persönlichen Austausch zwischen dem DeZIM-Institut und der DeZIM-Forschungsgemeinschaft zu fördern und einen Raum für die Vorstellung spannender Forschung zu schaffen. Wissenschaftler*innen aus den sieben Instituten der Forschungsgemeinschaft (u.a. auch das InZentIM) werden eingeladen, ihre Forschung vorzustellen und mit den Kolleg*innen des Instituts darüber in Austausch zu treten. Einem kurzen Vortrag folgt eine Frage- und Diskussionsrunde. Ziel ist es, einen Raum für den wissenschaftlichen Austausch zu schaffen und sowohl die Kolleg*innen als auch die Institute der Forschungsgemeinschaft besser kennenzulernen.

Zum aktuellen Vortrag:

Im Rahmen der Nachwuchsgruppe „Die wissenschaftliche Produktion von Wissen über Migration“ untersucht Laura Stielike in ihrem Postdoc-Projekt die zunehmende Nutzung von Big Data in Migrationspolitik und Migrationsforschung. Das Forschungsprojekt fragt danach, welches Wissen über Migration an der Schnittstelle Big Data gestützter Migrationspolitik und Migrationsforschung produziert wird. Staaten und internationale Organisationen sehen Big Data zunehmend als Quelle einer evidenz-basierten Migrationspolitik. Big Data soll dabei helfen, Migration besser verstehen, steuern und vorhersagen zu können. Gleichzeitig wird Migration seit wenigen Jahren zu einem beliebten Untersuchungsgegenstand von Datenwissenschaftler*innen. Immer mehr Studien nutzen Social Media oder Mobilfunkbewegungsdaten, um Migration zu erforschen.

Die Grenzen zwischen Big Data gestützter Migrationspolitik und Migrationsforschung sind dabei fließend. Datenwissenschaftler treten als beratende Experten auf und Mitarbeitende internationaler Organisationen als Co-Autor*innen wissenschaftlicher Publikationen. Am Beispiel des wachsenden transnationalen Netzwerks aus Datenanalysezentren internationaler Organisationen und Datenwissenschaftler*innen an Universitäten und privaten Forschungsinstituten wird im Rahmen einer multi-sited ethnography und in praxeographischer Perspektive untersucht, welche multiplen Versionen von Migration durch Big Data basierte Wissenspraktiken hervorgebracht werden. Das Projekt erforscht somit die Produktion und Zirkulation von Wissen über Migration an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft und kombiniert dabei Migrationsforschung mit Science and Technology Studies und Studien zu Wissen und Politik.

Zoom-Meeting beitreten:
https://zoom.us/j/95563848106?pwd=dkRDZWpvZ0txa1J0dmRQMVpPTVpXQT09

Meeting-ID: 955 6384 8106
Passwort: 355483

Sollten Sie sich für die Vorstellung Ihrer Forschung am DeZIM-Institut interessieren, schreiben Sie gerne eine kurze Nachricht an: veranstaltungen@dezim-institut.de