Projekt bewilligt: „Nachqualifizierung als Strategie vorbeugender Sozialpolitik“

Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen führt unter Leitung von Prof. Dr. Ute Klammer das Projekt „Nachqualifizierung als Strategie vorbeugender Sozialpolitik. Eine Untersuchung zu Angeboten, Nutzung und Entwicklungsmöglichkeiten der akademischen Nach- und Weiterqualifizierung zugewandter Akademiker_innen“ durch. Der Anteil an Zuwanderinnen und Zuwanderern mit akademischer Qualifikation ist seit den 2000er Jahren stark gestiegen; ihre erfolgreiche Integration könnte einen maßgeblichen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs leisten. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass zugewanderte Akademiker und insbesondere Akademikerinnen oftmals Probleme haben, sich erfolgreich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu etablieren; sie arbeiten nicht selten unterhalb ihres eigentlichen Qualifikationsniveaus und tragen ein erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko. Geeignete Nach- und Weiterqualifizierungsangebote, die dazu beitragen, dass zugewanderte Akademiker_innen ihr Potenzial auf dem Arbeitsmarkt in Gänze einbringen können, können im Sinne einer vorbeugenden Sozialpolitik nicht nur einen Beitrag zur Chancengleichheit leisten, sondern auch volkswirtschaftliche und fiskalische „Renditen“ generieren.

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, Erfahrungen der Nutzer_innen bei der Suche nach Nach- und Weiterqualifizierungsmöglichkeiten und der Teilnahme an entsprechenden Angeboten zu ermitteln. Dabei soll u.a. untersucht werden, welchen „Nutzwert“ die Teilnahme aus Sicht der Teilnehmer_innen anschließend bei der Suche nach einem Arbeitsplatz bzw. bei der Verbesserung ihrer beruflichen und sozialen Situation hatte. Die empirische Basis bilden semi-strukturierte leitfadengestützte Interviews mit Programmteilnehmer_innen, die durch Expert_inneninterviews mit Programmverantwortlichen ergänzt werden. Auf der Grundlage der empirischen Untersuchung sollen praxisrelevante Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung von Nach- und Weiterqualifizierungsprogrammen an Hochschulen in NRW entwickelt werden.

Fördergeber: Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW), Düsseldorf (Laufzeit: 12/16 – 10/18).